Führung durch die Riesengebirgsstube

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Noch aktueller als der Bericht auf dieser Seite ist ein bebildeter Bericht, der in der Ausgabe März 2013 der 'Riesengebirgsheimat' erschien.
Sie können ihn hier im .pdf-Format lesen und herunterladen:

Ein Überblick über die Riesengebirgsstube

Der damalige 1. Vorsitzende, Werner Haase, begrüßte am 10.04.2011 die Gäste und lud zu einer Führung durch die Riesengebirgsstube ein.

Die Geschäftsführerin, Andrea Huber, begann mit den Worten: "Heimat ist da wo Erinnerungen im Herzen gewachsen sind".

Um die Erinnerung an die Heimat wach zuhalten erstellte Franz Müller in mühseliger Kleinstarbeit ein Relief von Nordostböhmen. Auf dem Relief ist Trautenau, das Tor zum Riesengebirge, mit seinen umliegenden Ortschaften sehr deutlich zu erkennen, wie auch die Schneekoppe mit einer Höhe von 1603 m. Entlang des Gebirges zieht sich am Kamm, der ca. 25 km lang ist und auch bewandert werden kann. Die Grenze zum heutigen Polen verläuft auch auf diesem Kamm.

In einem weiteren Schaukasten ist die Nachbildung des Ringplatzes von Trautenau zu sehen. Unter den für den Habsburger Baustil typischen Arkaden, kann man auch heute noch um den ganzen Platz gehen ohne nass zu werden. In der Mitte des Ringplatzes grüßt der Rübezahlbrunnen und die hohe Dreifaltigkeitssäule (1704).

In einem großen Bücherschrank steht eine Sammlung von Dokumentationen der Turnvereine aus Stadt und dem Landkreis Trautenau mit original Bildern und Ehrenzeichen. Bücher über den preußisch-österreichischen Krieg 1866, die sudetendeutsche Geschichte. Landschaftsbücher vom Riesengebirge und vieles mehr.

Das Hospital von Kukus war die Lieblingsresidenz des Grafen Franz Anton von Sporck. Dort können heute eine Apotheke aus dem 18 Jahrhundert, die Figuren der Tugenden, Laster und Seligkeiten von Matthias Braun, dem Lehrmeister von Ferdinand Tietz, besichtigt werden. Kukus war ein kultureller und gesellschaftlicher Mittelpunkt.

Bilder bedeutender Personen zeigen:

Dr. Josef Mühlberger, der als der "Adalbert Stifter des Riesengebirges" charakterisiert wird trat bereits Ende der 20er Jahre mit einer Reihe von Werken an die Öffentlichkeit, in denen sich lyrische Begabungen mit der Gestaltungskraft des Dramatikers und der Erzählkunst des Novellisten vereinten.

Richard Popp, Prälat in Trautenau, galt auf Grund seiner caritativen Arbeit Anfang der 30er Jahre als "Arbeiterpriester". Richard Popp wurde 1945 verhaftet und leistete zusammen mit anderen Priestern in einem tschechischen Konzentrationslager Zwangsarbeit unter erschwerten Bedingungen.

Igo Etrich, 1879 in Oberaltstadt / Trautenau geboren, Er konstruierte und baute die "Etrich Taube". Diese wurde, dank des von Ferdinand Porsche speziell für die Taube konstruierten Flugzeugmotors, das erfolgreichste Flugzeug der Pioniertage der Luftfahrt. In der Riesengebirgsstube ist eine maßstabgetreue Nachbildung der Etrich Taube zusammen mit Dokumentationen über sein Leben und Wirken ausgestellt. Zu Ehren von Igo Etrich wurde ein Gedenkstein am Schenkenturm eingeweiht.

Gustl Berauer, 1912 im Riesengebirge geboren, war der erfolgreichste Wintersportler und hat 1936 für die Tschechoslowakei an den Olympischen Winterspielen 1936 mit Erfolg teilgenommen und in den Folgejahren weitere Preise gewonnen.

Emil Schwantner, 1890 – 1956 prägte am stärksten und am nachhaltigsten als Bildhauer das künstlerische Leben der Stadt zwischen den Weltkriegen. Hauptwerk Schwantners wurde das 1932 im Trautenauer Stadtpark aufgestellte Kriegerdenkmal. Es war alles andere als ein Heldendenkmal. Es war ein Todesreigen preisgegebener Soldaten in trichterförmiger Gruppierung, als reiße eine Granate die sich aneinander-klammernden Soldaten auseinander. In ihm was das Motiv des mittelalterlichen Totentanzes mit bestürzender Ausdruckskraft dargestellt. Im 2. Weltkrieg wurde das Denkmal, das in seiner Thematik der NS-Ideologie nicht entsprach, abgebrochen und eingeschmolzen. Lediglich die Bronzetafeln mit den Namen der im 1. Weltkrieg Gefallenen Trautenauern konnten 1948 durch glücklichen Zufall in Hamburg gerettet werden und wurden schließlich im Husarenwäldchen gegenüber der Würzburger Residenz aufgestellt.

Das Kostüm, einer Mutter, die mit ihren drei Kindern vertrieben wurde und der Koffer mit dem original Inhalt, der wenigen Gegenstände, die man mitnehmen durfte, soll an die Schicksalstage der Vertreibung erinnern.

An Brauchtum und Tradition erinnern die nachgebildete Riesengebirgsstube, original Trachten, Schlitten, Skier und alltägliche Gebrauchsgegenstände und vieles mehr.

In der Rübezahlausstellung finden sich Bücher mit den unterschiedlichsten Darstellungen des Berggeistes Rübezahl, der als Herrscher und Hüter gilt und schon im 15. Jahrhundert von dem Chronisten Simon Hüttel erwähnt und aufgezeigt wurde. Bilder und Gemälde zeigen seinen Wirkungsbereich. Eine Anektode erzählt, dass der Berggeist Rübezahl sogar bei der Patenschaftsübernahme 1956 seinen Schabernack getrieben hat. Er soll das Giemaul in Heidingsfeld um Mitternacht zum Schweigen gebracht haben.

Die Übernahme der geschlossenen Patenschaft zwischen Würzburg und den aus Stadt und Landkreis Trautenau Vertriebenen, am 27. Juni 1956, wird durch die ausgestellte Urkunde dokumentiert.

Allgemeine Öffnungszeiten:

siehe "Öffnungszeiten"

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