Termine / Veranstaltungen: sonstige Termine: Arbeitseinsatz auf dem Friedhof Döberle am 02.11.2019

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Fotos vom 14.03.2019, die Štepánka Šichová zur Verfügung stellte

Liebe Interessierte,

auf Bitte von Štepánka Šichová, der Leiterin des Begegnungszentrums in Trautenau und Geschäftsführerin des Vereins für Deutsch-Tschechische Verständigung, die uns vergangenes Jahr hier in Würzburg auch mit einer Delegation besuchte, möchte ich vom Friedhof in Döberle berichten.

Döberle war ein Dorf bei Parschnitz bzw. Trautenau und hat seit dem Ende des 2. Weltkrieges keine Einwohner mehr. Der Grund liegt nicht nur in der Vertreibung, sondern auch darin, dass in den 1950er Jahren das alte Kohlekraftwerk von Parschnitz umgebaut wurde und dessen Asche über ein Förderband in den unteren Teil des Döberler Tales befördert wurde. Daher ist auch die Zufahrt nur noch ca. 800 m von der B16 her möglich.

1888 wurde für Döberle ein Friedhof errichtet. Er liegtheute in einem Buchenwald. Es hat beim Friedhof außerdem eine Kapelle und ein Leichenschauhaus gegeben.

1978 drehten das ZDF und das ORF zusammen einen Film über den böhmischen Feldherrn Albrecht von Wallenstein und den 30jährigen Krieg. Aus diesem Film gibt es 2017 im Internet bei Youtube einen knapp zwei Minuten langen Ausschnitt zu sehen, in dem Menschen auf der Flucht sind und eine Kirche und ein Gebäude brennen.
Wie mir Stepanka erzählte, wurde dieser Filmausschnitt in Döberle gedreht. Vor Beginn der Dreharbeiten war die Kirche schon beschädigt. So errichtete das Filmteam ein neues Dach. Man sieht im Film, wie das Leichenschauhaus und die Kirche brennen und durch den Brand der Kirchturm einstürzt. Nach den Dreharbeiten war die Kirche so sehr beschädigt, dass man sie abreißen musste. An dieser Stelle steht heute nur noch ein Kreuz. Auch vom Leichenschauhaus ist nichts mehr übrig.

https://www.youtube.com/watch?v=qZaekPa-Flo (1 Min 55 Sek., von Jiri Svoboda)

Zurück zum Friedhof. Er wurde mangels Einwohnern seit 1945 nicht mehr gebraucht und verfiel zusehends. Die Steine der Friedhofsmauer, von der man auch im Film noch Teile sieht, wurden teilweise zum Bau neuer Häuser verwendet, was daran lehnende Grabsteine zum Einsturz brachte.

Die Stadt Trautenau hat den Friedhof durch die Bemühungen des Vereines für Deutsch-Tschechische Verständigung dieses Jahr vom tschechischen Staat gekauft und möchte sich künftig um dessen regelmäßige Pflege kümmern. Den dort beerdigten ehemaligen Bewohnern soll somit ein würdiges Andenken bewahrt werden. Von einer Frau, die Mitglied im Verein ist, liegen dort die Mutter und der Opa begraben.

Fünf Kreuze /Bildstöcke-Marterl/ im Gelände des ehemaligen Dorfes sind inzwischen wieder restauriert, wurde mir von einem Bernsdorfer Einwohner berichtet. Gesehen habe ich vor Ort aber nur das Kreuz an der Stelle der ehemaligen Kapelle.

 

Fotos vom 22.05.2019 vom Friedhof

Fotos aus der gleichen Zeit
vom Döberler Tal Richtung Parschnitz

Aber weil der Kauf des Friedhofs vom Verein initiiert wurde, möchte der Verein an Allerseelen 2019, also am Samstag, 02. November 2019, einen Arbeitseinsatz auf dem Friedhof von Döberle durchführen. Alle Freiwilligen / Interessierten sollen den Startpunkt für die Wiederherstellung des Friedhofs machen, nicht die Stadt. Der Termin des Arbeitseinsatzes wurde so ausgewählt, weil am 1. November die Sägesaison beginnt.

Es wäre sehr gut als Zeichen der Verständigung, wenn auch Deutsche mithelfen würden.
Der Verein wäre bei der Suche nach einer Unterkunft behilflich, kann aber keine Kosten übernehmen. Bitte werben Sie auch bei Ihren Kindern oder Enkeln dafür.

Die Anreise sollte schon am
1. November erfolgen, so dass sich die Helfer und Helferinnen am
2. November treffen und gemeinsam dorthin fahren können.

Eine vorherige Anmeldung der Helfer beim Begegnungszentrum ist notwendig. Schreiben Sie mir und ich kann die Anmeldung weiterleiten.

Bitte beachten: Vom Parkplatz zum Friedhof sind eine gute halbe Stunde zu laufen. Nirgends gibt es Wasser oder Toiletten, am Friedhof nicht mal Handy-Empfang. Und sehr gutes Schuhwerk, am besten Wanderstiefel mit hochwertiger Sohle, sind aufgrund des möglicherweise rutschigen Weges – gerade wenn es zuvor geregnet haben sollte - hinauf in den Wald sehr zu empfehlen. Werkzeug wird laut Štepánka Šichová gestellt, aber auch dieses muss dorthin transportiert werden.

Die hier wohnenden Bürger möchten zeigen, dass sie eine Verbindung zur Geschichte ihrer "heutigen" Heimat haben hier nicht mehr fremd sind. Die junge, 3./4. Generation fühlt sich hier zuhause, ist daran interessiert etwas zu erfahren, wer hier früher gewohnt hat und worauf die Vielzahl an Kulturdenkmälern wie Wegkreuzen, Statuen etc. zurückgehen. Daher helfen auch tschechische Bürger mit.

Beim Arbeitseinsatz werden kleinere Bäume umgesägt; Äste und Zweige entfernt, die quer über den Grabfeldern liegen; und Grabsteine wieder aufgerichtet und nach Möglichkeit an ihrer ursprünglichen Stelle platziert. Achtgegeben werden muss auf die Zwiebeln von Märzenbechern im Boden, denn diese blühen hier im Frühjahr zwar sehr reichlich, sind aber eine geschützte Pflanze.

Štepánka Šichová hat mir Karten mit der genauen Lage sowie 40 Bilder des Friedhofs vom 14.03.2019 mitgegeben, die ich euch nun gerne zeigen würde.

Peter Stächelin

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